Zwischen Berlin und Zaragossa
Mein Tag begann stressiger als geplant.
Eigentlich wusste ich, dass in der Nacht die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden. Kein Problem, dachte ich mir. Mein Smartphone stellt die Zeit ja automatisch um. Perfekt also.
Mein Denkfehler: Ich ging davon aus, dass die Umstellung um Mitternacht passiert.
Stattdessen wurde ich um 1:50 Uhr geweckt – und zehn Minuten später war es plötzlich 3 Uhr.
Nicht ideal. Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon am Flughafen sein, vor allem, weil ich Aufgabegepäck hatte und mir keinen Stress machen wollte.
Am Flughafen lief dann erstmal alles überraschend entspannt. Gegen 6 Uhr saß ich im Flieger, und ein paar Stunden später landete ich in Barcelona.
Dort begann der erste kleine Realitätscheck.
Ich hatte zum ersten Mal Aufgabegepäck dabei und entsprechend wenig Erfahrung. Also machte ich das Naheliegende: Ich folgte einfach den anderen Passagieren.
Blöderweise schienen die alle unterschiedliche Ziele zu haben.
Am Ende stand ich mit einer kleinen Gruppe an einem Gepäckband, das verdächtig leer war. Nach etwa 15 Minuten kam schließlich ein Mitarbeiter auf uns zu und erklärte – zumindest vermute ich das, mein Spanisch ist noch ausbaufähig –, dass wir am falschen Terminal waren.
Also: Bus nehmen, Terminal wechseln, neu orientieren.
Zehn Minuten später stand ich im nächsten Bereich und begann wieder von vorne. Gepäckband suchen, Anzeigen checken, hoffen.
Nur: Mein Flug tauchte nirgends auf.
Also lief ich alle etwa 14 Gepäckbänder ab. Ohne Erfolg.
Erst dann kam mir die Idee, einen Mitarbeiter zu fragen – was ich definitiv früher hätte tun sollen. Die Antwort: falsches Terminal.
Wieder.
Also zurück. Noch einmal.
Als ich mein Gepäck endlich hatte, war klar: Der entspannte Start war endgültig vorbei.
Ich musste nämlich zu einer bestimmten Zeit am Busbahnhof in Barcelona sein – mein Bus wartete nicht.
Mit Sporttasche, kleinem Rucksack und großem Reiserucksack machte ich mich auf den Weg. Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar: Diese Kombination ist alles, nur nicht langstreckentauglich.
Lesson learned: Entweder weniger einpacken – oder nächstes Mal einfach einen Rollkoffer wie alle anderen.
Nach Bus- und Metrofahrt kam ich schließlich am Busbahnhof an. Es war inzwischen etwa 11 Uhr, ich hatte außer einem Kaffee noch nichts gegessen – also schnell noch etwas holen.
Im Nachhinein: keine gute Entscheidung.
Denn als ich danach zur Anzeigetafel ging, um meinen Bus zu finden, stand er dort nicht.
Keine Zeit für die Schlange am Infoschalter. Also begann ich, alle Abfahrtsbereiche systematisch abzulaufen.
Ganz am Ende, in der letzten Ecke, sah ich ihn dann.
„Zaragossa“.
Mein Bus.
In genau dem Moment, in dem er losfuhr.
Plan B.
Zum Glück fahren auch Züge nach Zaragossa. Also machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Barcelona Sants und kaufte mir ein Ticket.
Dort fiel mir direkt ein Unterschied zu Deutschland auf: Man kommt nicht einfach so in den Bahnhof hinein. Der Zugang ist abgesperrt, ähnlich wie bei der Metro. Erst mit Ticket darf man rein – wobei es ein Gate gibt, das sich auch ohne öffnet, weil sich die Ticketschalter im gesicherten Bereich befinden.
Zusätzlich wird das Gepäck vorab gescannt, fast wie am Flughafen. Und auch die Tickets werden nicht im Zug kontrolliert, sondern schon vor dem Einstieg.
Einmal drin, wurde es dann endlich ruhig.
Die Zugfahrt war entspannt – zum ersten Mal an diesem Tag konnte ich wirklich durchatmen.
In Zaragossa angekommen, wurde ich direkt von einem Mitarbeiter der Agentur empfangen und zu meiner Unterkunft gebracht.
Die lag in einer ruhigen Gegend und war mit allem ausgestattet, was man zum Leben braucht.
Endlich angekommen.
