Stadtführung auf Umwegen

Montag, ganz normal. Arbeit, Projekt, Routine. Danach holte mich meine Freundin ab - und ich wurde unfreiwillig zum Stadtführer.

Wir liefen durch die Innenstadt, bis wir schließlich vor der Catedral-Basílica standen. Ich versuchte mich zu erinnern, was unser Stadtführer Diego in der ersten Woche über den Platz und die Kathedrale erzählt hatte – und gab mein Bestes, das Wichtigste weiterzugeben. Dann zeigte ich ihr die beiden Bomben im Inneren, mitsamt den Einschlagslöchern, die noch heute im Dach zu sehen sind.

Zum Abend entschied meine Freundin, dass sie unbedingt Taco Bell ausprobieren wollte, in Berlin gibt es das nicht. Ich war überraschend begeistert, sie weniger. Normalerweise kenn ich bei der Systemgastronomie nur Pommes und Burger aber Tacos und Burritos fand ich persönlich ganz lecker.

Padel und das beste Burger-Restaurant der Stadt

Am nächsten Tag: Padel. Ich hatte das vorher noch nie gespielt. Stell dir Tennis vor – nur auf einem kleineren Feld, kleinere Schläger, und mit Glaswänden, die den Ball zurückwerfen. Wir spielten zusammen mit Faye und Julia, zwei Bekanntschaften aus dem Shared Office. Es hat deutlich mehr Spaß gemacht, als ich erwartet hatte.

Danach kurz frisch machen, und dann zu einen der besten Burger-Restaurant Zaragozas. Von außen sah es so aus, als würde man dort nicht wenig zahlen. Verglichen mit den eher schlichten Lokalen die ich sonst gesehen hatte – aber mein Burger hielt, was das Interieur versprach. Ein schöner Abend, zu viert, mit gutem Essen.

Parque Labordeta, McDonalds und El Tubo

Der Parque Grande José Antonio Labordeta ist einer der größten Parks der Stadt. Wir liefen, schauten, ließen uns treiben. Was mir wieder auffiel: Wenig Menschen. Eine Aussichtsplattform, ein paar Leute beim Picknick, viel Grün – und keine Berliner Dichte, die einem das Gefühl gibt, mit der halben Stadt gleichzeitig Pause zu machen. Das tut gut.

Von dort liefen wir in Richtung Innenstadt. Ein kurzer Stopp bei McDonalds – Wasser, Milkshake. Der Laden sah imposant aus, fast schon elegant für Fast Food.

Weiter zu El Tubo, wo wir mit zwei Bekannten verabredet waren. Bar-Hopping durch die Gassen, ein Getränk hier, ein kleiner Happen dort. Uns wurde erklärt, dass El Tubo für Zaragozaner ein bisschen das ist, was die Simon-Dach-Straße für Berliner ist: bekannt, gut besucht, vor allem von Leuten von außerhalb. Ein Ort, den man kennt, aber nicht täglich braucht. Den Abend beendete ein Pilzbrot, das ich kaum beschreiben kann – ein Foto sagt hier mehr.

Berty’s Burger, Pilzbrot, Kunst beim Ebro

Berty’s Burger, Pilzbrot, Kunst beim Ebro

Abstecher zum Ebro – und ein verpasstes Festival

Donnerstag: Spaziergang am Ebro. Picknick in der Sonne, danach die Markthalle. Was wieder auffiel: Fleisch, wohin man sieht. Geschätzt die Hälfte der Stände – Metzger, Wurstwaren, Geflügel. Zaragoza isst gerne und gerne tierisch.

Am Abend wollten wir zu The Wave – einem Festival für Unternehmer und Tech-Interessierte, mit Präsentationen und Austausch. Kam leider nichts draus: Ich wurde krank und musste früh abbrechen. Schade.

Barcelona

Am nächsten Tag fuhren wir trotzdem nach Barcelona.

Den Zug hätten wir gerne genommen, aber die Website ließ uns nicht. Alle sonstigen verfügbaren Verbindungen zu sinnvollen Zeiten waren entweder ausgebucht oder teuer. Also: Bus. Mit ALSA, dem spanischen Äquivalent zu Flixbus, rund vier Stunden.

Hauptziel: Park Güell. Terrakottafarbene Strukturen, Mosaike, der Blick über die Stadt. Voll, wie man es erwartet – aber trotzdem sehenswert.

Der Park wurde von Antoni Gaudí entworfen. Was auffällt: Er wirkt natürlich, fast organisch – wenig künstlich, wenig aufgesetzt. Erst als ich mich danach etwas eingelesen hatte, wurde mir klar, warum das so ist. Gaudí legte großen Wert auf umweltgerechtes und kosteneffizientes Bauen. Viele Materialien stammen direkt aus dem Park selbst - das erklärt, warum sich alles wie aus einem Guss anfühlt und nichts fehl am Platz wirkt.

Danach erkundeten wir die Stadt, aßen mexikanisch – sehr lecker – und ließen uns durch Gassen und Viertel treiben.

Am Ende des Weges: der Strand. Ein bisschen ankommen, sitzen, die letzten Stunden nutzen. Dann der Rückweg mit dem Bus, müde auf eine gute Art, die Stadt noch kurz im Kopf.

Abschied

Am nächsten Morgen brachte ich meine Freundin zum Bahnhof.

Dass sie wieder fahren musste, war schwerer als erwartet. Spanien alleine erleben macht Spaß – aber manches gewinnt erst dann wirklich an Bedeutung, wenn man es teilen kann.